Die Karolinenkirche ist die älteste und zugleich erste evangelische Kirche, die in Oberbayern errichtet wurde. Sie entstand im Jahr 1822 im Zuge der Besiedelung des zuvor trockengelegten Moorgeländes – unterstützt von Königin Caroline, der Gemahlin von König Maximilian I. Joseph, sowie durch pfälzische Einwanderer.
Im Laufe der Zeit erfuhr das Kirchengebäude zahlreiche umfangreiche Veränderungen. So schenkte Königin Caroline im Jahr 1824 die Orgel, die ursprünglich als Chororgel für die Klosterkirche Tegernsee gebaut worden war. Die Schirmherrschaft von Herzog Franz von Bayern und der ehemaligen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler unterstreicht den besonderen Stellenwert dieses Kirchenbauwerks.
In den 1990er Jahren wurde eine Trockenlegung der durchfeuchteten Mauern vorgenommen. Doch der Zahn der Zeit erforderte nun erneut umfassende Sanierungsarbeiten. Der stählerne Glockenstuhl musste aufwendig instand gesetzt werden, und das Dachtragwerk wurde behutsam hinsichtlich Fäulnisschäden und defekter Dachabdeckungen repariert. Die Kirchenfenster, der Boden im Innenraum sowie die Bestuhlung wurden in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erneuert. Eine neue Bauteiltemperierung stabilisiert das Raumklima und ermöglicht eine vielfältige Nutzung.
Die Neuordnung der liturgischen Ausstattung durch die Künstlerin Katherina Gaenssler bietet der Pfarrei nun die gewünschte räumliche Flexibilität – für Gottesdienste, Festlichkeiten, Konzerte, Andachten, Einkehr, Ausstellungen und Vorträge gleichermaßen.
Dies spiegelt die Lebendigkeit und das außerordentliche Engagement der Kirchengemeinde sowie ihres Pfarrers, Dr. Richard Graupner, wider.
Bauaufgabe: Gesamtrenovierung und statische Ertüchtigung
Auftraggeber: Evang.-Luth. Kirchengemeinde Großkarolinenfeld mit dem ELKB
Nutzfläche: 178 m²
Fertigstellung: 2025